14.02.2020 – Bundesrat – Cybergrooming: schon der Versuch künftig strafbar

Cybergrooming: schon der Versuch künftig strafbar

Die Ermittlungen im Kampf gegen Kinderpornografie werden erleichtert: Der Bundesrat hat am 14. Februar 2020 die vom Bundestag beschlossenen strafrechtlichen Verschärfungen beim Cybergrooming gebilligt.

Auch Versuch strafbar

Danach ist künftig auch der Versuch eines sexuellen Kontakts zu Kindern im Internet strafbar. Die Tatsache, dass Täter entgegen ihrer Absicht nicht mit Minderjährigen, sondern tatsächlich mit Erwachsenen chatten, die sich zu Ermittlungszwecken als Kinder ausgeben, führt nicht mehr zur Straffreiheit. Bislang laufen strafrechtliche Ermittlungen in solchen Fällen ins Leere.

Eintrittskarte für Ermittler: Keuschheitsprobe zulässig Weiterlesen

26.09.2018 – Domradio – Erschrecken nach Missbrauchsstudie im Auftrag der Bischöfe

Ergebnisse der Studie zu Missbrauch in der katholischen Kirche

Bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist die Missbrauchsstudie offiziell vorgestellt worden. Rund vier Jahre lang arbeitete ein Forscherkonsortium um den Mannheimer Psychiater Harald Dreßing daran. Die Untersuchung, die die katholischen Bischöfe in Auftrag gaben, hat 356 Seiten und umfasst die Jahre 1946 bis 2014. Alle 27 Bistümer nahmen – für unterschiedliche Zeiträume – an der Studie teil, einige Bistümer wurden vertieft für die gesamte Phase untersucht. Sowohl Namen der Betroffenen als auch der Bistümer selbst sind anonymisiert.

Einige der wichtigsten Ergebnisse: In den 38.156 ausgewerteten Akten der 27 deutschen Bistümer gab es bei 1.670 Klerikern (4,4, Prozent) Hinweise auf Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Darunter waren 1.429 Diözesanpriester (5,1 Prozent aller Diözesanpriester), 159 Ordenspriester (2,1 Prozent) und 24 hauptamtliche Diakone (1,0 Prozent).

3.677 Kinder und Jugendliche sind als Opfer dieser Taten dokumentiert. Bei 54 Prozent der Beschuldigten lagen Hinweise auf ein einziges Opfer vor, bei 42,3 Prozent Hinweise auf mehrere Betroffene zwischen 2 und 44, der Durchschnitt lag bei 2,5. 62,8 Prozent der von sexuellem Missbrauch Betroffenen waren männlich, 34,9 Prozent weiblich, bei 2,3 Prozent fehlten Angaben zum Geschlecht. Das deutliche Überwiegen männlicher Betroffener unterscheidet sich nach Angaben der Forscher vom sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in nicht-kirchlichen Zusammenhängen. Beim ersten Missbrauch waren 51,6 Prozent der Betroffenen jünger als 14 Jahre alt. 25,8 Prozent waren 14 oder älter, bei 22,6 Prozent war das Alter nicht dokumentiert.

Drei von vier Betroffenen standen mit den Beschuldigten in einer kirchlichen oder seelsorgerischen Beziehung, zum Beispiel als Messdiener oder als Schüler im Rahmen von Religionsunterricht, Erstkommunion- oder Firmvorbereitung. Bei 566 Beschuldigten (33,9 Prozent) wurden kirchenrechtliche Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger eingeleitet, bei 53 Prozent nicht, bei 13,1 Prozent fehlten entsprechende Angaben. Rund ein Viertel aller eingeleiteten kirchenrechtlichen Verfahren endete ohne Sanktionen. Aus dem Klerikerstand entlassen wurden 41 Beschuldigte, 88 wurden exkommuniziert, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.

Innerkirchliche Risikofaktoren, die die Wissenschaftler in der katholischen Kirche ausmachen: Sie raten dazu, den Klerikalismus zu überdenken, den sie „als das Bestreben, einer Religion über die religiös-geistige Einflusssphäre hinaus weltliche Macht zu verleihen und religiösen Dogmen politische Geltung und politisches Gewicht zu verschaffen“ zu überdenken. Auch solle über den Zölibat (die aus religiösen gewählte Ehelosigkeit der Priester) sowie die Einstellung der Kirche zur Homosexualität nachgedacht werden. (kna/Stand 25.09.2018)

Weitere Veränderungen – aber keine Rücktritte erwartet Weiterlesen

24.06.2017 – Die Rheinpfalz – Silz: Krieg um Glaubwürdigkeit tobt

Kreis Südliche Weinstrasse
Silz: Krieg um Glaubwürdigkeit tobt

Der Fall um die Missbrauchsvorwürfe gegen das Kinder- und Jugenddorf Maria Regina ist undurchsichtig. Federführend dabei sind eine Mutter, deren Kinder in Silz untergebracht waren, und ihr Anwalt. Diese sind weiter in Kampfstimmung. Das Heim bezeichnet die Anschuldigungen als abenteuerlich und geht mit einstweilligen Verfügungen dagegen vor. Aber das ist nur ein Teil der verworrenen Geschichte.

Von Judith Hörle

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch wegen der Vorwürfe

Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt? Passierten tatsächlich solch schwerwiegende Taten, wie es die Mutter K. aus Lambrecht und ihr Anwalt Michael Langhans behaupten? Oder steckt hinter den Missbrauchsvorwürfen nur der Rachefeldzug einer Mutter, der ihre Kinder entzogen wurden? Seit drei Jahren kocht es im Fall des Kinder- und Jugendheims Maria Regina in Silz. Was wirklich geschah, wissen nur die Betroffenen selbst. Schlussendlich hat die Justiz zu klären, wie das verzwickte Geschehen zu interpretieren ist. Das wird noch eine Weile dauern. Die Ermittlungen in dem Strafverfahren seien noch nicht ganz abgeschlossen, erklärt die Landauer Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig auf Nachfrage. Doch der Krieg tobt auch auf anderen Schauplätzen.

Ein vermisster Junge brachte den Stein ins Rollen Weiterlesen

26.01.2015 – Spiegel – Katholische Kirche: Was wurde eigentlich aus dem Missbrauchsaufklärer Pater Mertes?

Missbrauchsaufklärer vom Canisius-Kolleg: Jesuiten-Pater Klaus Mertes

Mit seinen Untersuchungen fing alles an: Vor fünf Jahren wurde Deutschland vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche überrollt. Wie denkt Jesuiten-Pater Klaus Mertes heute über seine Rolle, was hat sich verändert – in der Kirche, in seinem Leben?

Von Annette Langer

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19.05.2014 – T-Online – Der Fall Lea-Sophie Fluchtbewegung in den Tod – Forscher untersuchen den Fall Lea-Sophie

Der Fall Lea-Sophie
Fluchtbewegung in den Tod – Forscher untersuchen den Fall Lea-Sophie

19.05.2014, 11:25 Uhr | Iris Leithold, dpa

Im November 2007 starb in Schwerin die fünfjährige Lea-Sophie. Das Kind war verhungert, wog zuletzt 7,4 Kilo. Die Eltern wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt, das Jugendamt geriet in die Kritik. Jetzt haben Wissenschaftler den Fall aufgearbeitet.

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10.12.2013 – OTS – Forensische Untersuchungsstelle für Kinder gefordert

Stichworte: Gesellschaft, Gesundheit, Kinder, Menschenrechte, Politik, Recht Channel: Chronik
OTS0048 10. Dez. 2013, 10:00
Forensische Untersuchungsstelle für Kinder gefordert
Kinderschutz muss in die Köpfe, nicht nur auf das Papier

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29.10.2013 – Spiegel – Erfundene Vergewaltigung: Freispruch für Vater nach sieben Jahren Haft

Erfundene Vergewaltigung: Freispruch für Vater nach sieben Jahren Haft

DPA

Familienvater Heinz-Dieter G. vor Gericht: „Kein faires Verfahren“

Das Memminger Landgericht hat einen spektakulären Justizirrtum korrigiert. Sieben Jahre saß ein Familienvater im Gefängnis, weil er von seiner Tochter der Vergewaltigung bezichtigt worden war. Schließlich zog die heute 33-Jährige ihre Vorwürfe zurück, ihr 62-jähriger Vater wurde jetzt freigesprochen.

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24.06.2013 – kathweb – Deutsche Ordensfrau: Kritik an Gesetz gegen Menschenhandel

„Solwodi“-Gründerin Sr. Ackermann: Neuer deutscher Gesetzesentwurf sieht kaum Verbesserungen für Opfer vor

24.06.2013

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27.02.2012 – Krone – Ausschuss empfiehlt: FBI und BKA sollen den Fall Kampusch neu aufrollen

Vor fast exakt 14 Jahren wurde das Mädchen entführt, nun soll der Fall der heute 24-jährigen Natascha Kampusch neu aufgerollt werden. Geht es nach den Mitgliedern eines parlamentarischen Unterausschusses, die den Krimi seit Monaten aufarbeiten, gar mit Experten des FBI und des deutschen Bundeskriminalamts.

Vertreter aller politischen Parteien treffen sich seit Monaten bis zu viermal pro Woche in einem abhörsicheren, fensterlosen Raum im Keller des Parlamentsgebäudes: Kripo-Beamte werden befragt, Ergebnisse der Tatortgruppen neu analysiert, 1.000 Gigabyte Aktenmaterial nochmals gesichtet.
„U-Ausschuss nur politische Show“

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06.12.2011 – netzwerkB – Antrag zur Aufhebung der Verjährungsfristen einstimmig angenommen

netzwerkB unterstützte den Antrag “Verjährungsfristen aufheben” der SPD-Frauen Hessen Süd.

Die Vorstandsvorsitzende der SPD-Frauen Hessen Süd, Ulli Nissen, hat am 6. Dezember 2011, auf dem Ordentlichen Bundesparteitag der SPD, den Antrag zur Aufhebung der Verjährungsfristen sexualisierter Gewalt eingebracht.

Der Vorstandsvorsitzende von netzwerkB, Norbert Denef, hat mit einem Beitrag als Gastredner den Antrag unterstützt.

Der Antrag wurde einstimmig ohne Gegenstimme angenommen!

netzwerkB 6. Dezember 2011

Quelle: netzwerkB – http://netzwerkb.org/2011/12/06/antrag-zur-aufhebung-der-verjahrungsfristen-einstimmig-angenommen/