17.12.2019 – Domradio – „Epochale“ Entscheidung

17.12.2019
Reaktionen auf Abschaffung der Schweigepflicht bei Missbrauch „Epochale“ Entscheidung

Die deutschen Bischöfe haben die Abschaffung des „Päpstlichen Geheimnisses“ bei der Verfolgung von Missbrauch begrüßt. Der frühere kirchliche Chef-Strafverfolger für Missbrauchsdelikte, Erzbischof Scicluna, nannte die Entscheidung gar „epochal“.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, hat die Abschaffung des sogenannten Päpstlichen Geheimnisses bei der Verfolgung von Missbrauchsstraftaten begrüßt.

Die Instruktion von Papst Franziskus sei „der richtige Schritt in einem langen Prozess der Kirche, der von vielen Seiten als notwendig angesehen wurde“, sagte der Trierer Bischof am Dienstag in Bonn. Die Entscheidung ermögliche eine größere Transparenz und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden.

Weiterlesen

25.09.2019 – katholisch.de – Bischöfe beraten über Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer

Bischöfe beraten über Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer

Wie viel Geld entschädigt erlittenes Unrecht? Darüber haben die Bischöfe bei ihrer Vollversammlung beraten. Im Raum steht der Vorschlag einer Arbeitsgruppe. Der könnte für die Kirche teuer werden.

Von Christoph Paul Hartmann | Fulda – 25.09.2019

5.000 Euro, in Einzelfällen auch mehr – das ist im Moment die gängige Entschädigung von Missbrauchsopfern der katholischen Kirche in Deutschland. Das Wort Entschädigung wurde dabei bislang allerdings möglichst vermieden. Stattdessen ist von einer „materiellen Anerkennung erlittenen Leids“ die Rede. Doch das könnte sich bald ändern – ebenso wie die Höhe der Zahlung.

Weiterlesen

14.03.2019 – NDR – Marx: „Gutmachen, was möglich ist auf Erden“

Stand: 14.03.2019 14:08 Uhr – Lesezeit: ca.5 Min.
Marx: „Gutmachen, was möglich ist auf Erden“

Die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Lingen ist am Donnerstag mit einer Pressekonferenz zu Ende gegangen. Zum Abschluss des Vier-Tage-Treffens hat der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx eine Erklärung abgegeben. Tenor bei den Bischöfen: Man wolle einen Diskussionsprozess mit der Basis über die Grundfragen der Kirche eingehen. Marx sprach von einer „Zäsur“.

Weiterlesen

26.09.2018 – Domradio – Erschrecken nach Missbrauchsstudie im Auftrag der Bischöfe

Ergebnisse der Studie zu Missbrauch in der katholischen Kirche

Bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist die Missbrauchsstudie offiziell vorgestellt worden. Rund vier Jahre lang arbeitete ein Forscherkonsortium um den Mannheimer Psychiater Harald Dreßing daran. Die Untersuchung, die die katholischen Bischöfe in Auftrag gaben, hat 356 Seiten und umfasst die Jahre 1946 bis 2014. Alle 27 Bistümer nahmen – für unterschiedliche Zeiträume – an der Studie teil, einige Bistümer wurden vertieft für die gesamte Phase untersucht. Sowohl Namen der Betroffenen als auch der Bistümer selbst sind anonymisiert.

Einige der wichtigsten Ergebnisse: In den 38.156 ausgewerteten Akten der 27 deutschen Bistümer gab es bei 1.670 Klerikern (4,4, Prozent) Hinweise auf Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Darunter waren 1.429 Diözesanpriester (5,1 Prozent aller Diözesanpriester), 159 Ordenspriester (2,1 Prozent) und 24 hauptamtliche Diakone (1,0 Prozent).

3.677 Kinder und Jugendliche sind als Opfer dieser Taten dokumentiert. Bei 54 Prozent der Beschuldigten lagen Hinweise auf ein einziges Opfer vor, bei 42,3 Prozent Hinweise auf mehrere Betroffene zwischen 2 und 44, der Durchschnitt lag bei 2,5. 62,8 Prozent der von sexuellem Missbrauch Betroffenen waren männlich, 34,9 Prozent weiblich, bei 2,3 Prozent fehlten Angaben zum Geschlecht. Das deutliche Überwiegen männlicher Betroffener unterscheidet sich nach Angaben der Forscher vom sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in nicht-kirchlichen Zusammenhängen. Beim ersten Missbrauch waren 51,6 Prozent der Betroffenen jünger als 14 Jahre alt. 25,8 Prozent waren 14 oder älter, bei 22,6 Prozent war das Alter nicht dokumentiert.

Drei von vier Betroffenen standen mit den Beschuldigten in einer kirchlichen oder seelsorgerischen Beziehung, zum Beispiel als Messdiener oder als Schüler im Rahmen von Religionsunterricht, Erstkommunion- oder Firmvorbereitung. Bei 566 Beschuldigten (33,9 Prozent) wurden kirchenrechtliche Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger eingeleitet, bei 53 Prozent nicht, bei 13,1 Prozent fehlten entsprechende Angaben. Rund ein Viertel aller eingeleiteten kirchenrechtlichen Verfahren endete ohne Sanktionen. Aus dem Klerikerstand entlassen wurden 41 Beschuldigte, 88 wurden exkommuniziert, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.

Innerkirchliche Risikofaktoren, die die Wissenschaftler in der katholischen Kirche ausmachen: Sie raten dazu, den Klerikalismus zu überdenken, den sie „als das Bestreben, einer Religion über die religiös-geistige Einflusssphäre hinaus weltliche Macht zu verleihen und religiösen Dogmen politische Geltung und politisches Gewicht zu verschaffen“ zu überdenken. Auch solle über den Zölibat (die aus religiösen gewählte Ehelosigkeit der Priester) sowie die Einstellung der Kirche zur Homosexualität nachgedacht werden. (kna/Stand 25.09.2018)

Weitere Veränderungen – aber keine Rücktritte erwartet Weiterlesen

01.04.2013 – 16vor – Ackermann will Bischofshof räumen

Der Trierer Bischof denkt offenbar ernsthaft darüber nach, sich nach einer neuen Bleibe umzuschauen. Hintergrund für Stephan Ackermanns Vorhaben, dass er nach bislang unbestätigten Informationen von 16vor heute Abend in einer Vesper im Dom verkünden will, ist die Absicht des neuen Papstes, die ihm zustehenden Gemächer im Apostolischen Palast nicht zu beziehen. Wenn Franziskus in einem Gästehaus wohne, könne er nicht mehr in einem barocken Palais residieren, soll Ackermann gegenüber Vertrauten geäußert haben. Hinter dem Dom ist man indes alles andere als begeistert von den Plänen, denn auch Mitglieder des Domkapitels, die Weihbischöfe und der Generalvikar müssten dann wohl über kurz oder lang ihre Kurien räumen.

Weiterlesen

06.08.2012 – Volksfreund – Bischof verliert seine Chef-Sprecher

Exodus in der Kommunikationsabteilung des Bistums: Nachdem erst vor wenigen Tagen Ex-Fernsehpfarrer Stephan Wahl den Direktorensessel verlassen hat, sagt nun auch Bischofssprecher Stephan Kronenburg Adieu. Zumindest dessen Nachfolge scheint in trockenen Tüchern zu sein.

Von  Rolf Seydewitz

Weiterlesen

25.12.2011 – focus.de – Zollitsch fordert weniger Konsum zu Weihnachten

Führende Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche haben zu Weihnachten weniger Konsum gefordert und auf die Grenzen des Wohlstands hingewiesen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, sagte der „Neuen Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (Weihnachtsausgabe): „Wenn der Schwerpunkt oder der ganze Sinn von Weihnachten auf Geschenke gelegt und auf Konsum reduziert wird, ist das eine Fehlentwicklung.“ Geschenke hätten einen tieferen Sinn – „schließlich zeigt uns Weihnachten, dass Gott uns beschenkt hat“.

Der Erzbischof von Berlin, Rainer Maria Woelki, sagte, „der Traum vom grenzenlosen Aufstieg der Menschen, vom grenzenlosen Fortschritt und Wohlstand“ sei endgültig ausgeträumt. „Die Folgen sind mehr als deutlich spürbar: ein zunehmendes Auseinanderklaffen der sozialen Schere in den Schichten unserer Gesellschaft, mangelnde Teilhabe gerade bei Kinder und Jugendlichen aus den ärmeren Schichten“, sagte Woelki in seiner vorab veröffentlichten Predigt in der St.-Hedwig-Kathedrale. Das Weihnachtsfest bleibe aber über das ganze Jahr „ein Zeichen der Hoffnung und des Lebens“.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, sagte in der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag), an Weihnachten gehe es um Hoffnung auf eine gerechtere und friedlichere Welt. „Weihnachten zeigt: Gott ist mit uns unterwegs. Und das Evangelium ist nicht nur für den Einzelnen da. Es will auch die Welt verändern.“

Der evangelische Bischof von Berlin und Brandenburg, Markus Dröge, rief zu einem größeren Zusammenhalt der Gesellschaft auf. Weihnachten erinnere daran, dass die Visionen einer gerechten Art, mit Reichtum umzugehen, keineswegs verbraucht seien, sagte Dröge in seiner Predigt im Berliner Dom laut vorab verbreitetem Manuskript.

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx warnte davor, Europa nur auf die gemeinsame Währung zu reduzieren. „So wichtig die Finanzen, das Geld, das Kaufen und Verkaufen, das Verbrauchen und Benutzen sind, es geht letztlich nicht um die Zukunft des Euro, sondern um die Zukunft des Menschen“, betonte Marx in der Christmette im Münchner Liebfrauendom laut vorab veröffentlichtem Text. Angesichts der aktuellen Schulden- und Finanzkrise in der EU müsse nun wieder das „wahre und richtige Menschenbild“ in den Mittelpunkt rücken.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann sieht in der Weihnachtsbotschaft ein „Vorbeugungsmittel gegen Radikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung“. Wo Perspektivlosigkeit, Einsamkeit und Isolation um sich griffen, wachse auch die Versuchung, Ideologie und Menschenhass zu erliegen. Die Weihnachtsbotschaft sei hiergegen ein Kontrapunkt, sagte der Bischof laut Mitteilung bei der Christmette im Dom.
dpa

Quelle: focus.de – http://www.focus.de/politik/deutschland/kirchen-zollitsch-fordert-weniger-konsum-zu-weihnachten_aid_697251.html