01.10.2020 – Katholisch – Umbruch am Institut zu Missbrauchs-Prävention und Aufarbeitung

Der Leiter geht – ein Trägerverein steht
Umbruch am Institut zu Missbrauchs-Prävention und Aufarbeitung

Als „think tank“ soll das Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft im Kampf gegen Missbrauch beraten. Ein Jahr nach Gründung der Einrichtung steht ein Wandel an.

Von Joachim Heinz (KNA) | Grafschaft – 01.10.2020

Beim Start vor einem Jahr mangelte es nicht an Ambitionen. In dem kleinen Ort Lantershofen an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollte nicht weniger als ein „Zentrum für Grundlagenforschung zur Prävention und Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs“ entstehen. Die Initiative dazu kam von Triers Bischof Stephan Ackermann, zugleich Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Die Leitung übernahm Oliver Vogt, bis dahin Interventionsbeauftragter des Erzbistums Köln für den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch.

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26.08.2020 – Katholisch – Nach Ordens-Erhebung: DBK will einheitliches Vorgehen bei Missbrauch

Gemischtes Echo auf Untersuchung der Deutschen Ordensobernkonferenz
Nach Ordens-Erhebung: DBK will einheitliches Vorgehen bei Missbrauch

Nach der MHG-Studie der deutschen Bischöfe haben nun auch die deutschen Orden eine eigene Erhebung zu sexuellem Missbrauch präsentiert. Die Reaktionen darauf fallen gemischt aus: von der Zusage zu enger Zusammenarbeit bis hin zu scharfer Kritik.

Bonn/Berlin – 26.08.2020

Nach der Vorstellung einer Untersuchung zu sexuellem Missbrauch in katholischen Orden dringen die Bischöfe auf ein einheitliches und transparentes Vorgehen in der katholischen Kirche in Deutschland. Betroffene erwarteten „einen einheitlichen Umgang mit diesen Fragen“, erklärte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Stephan Ackermann, am Mittwoch in Bonn. Der Bischof von Trier begrüßte die „deutliche Willensbekundung der Orden“ zur weiteren Zusammenarbeit mit der Bischofskonferenz, und sicherte seitens der Bischöfe zu, bereits praktizierte Kooperationen „wo immer möglich“ fortzusetzen, zu verstärken und auch die Orden zu unterstützen.

Zuvor hatte die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) die Ergebnisse einer Befragung von 392 Ordensgemeinschaften vorgestellt. Daran hatten sich mit 291 Gemeinschaften etwa drei Viertel beteiligt, in denen 88 Prozent der heutigen Ordensmitglieder leben. In den zurückliegenden Jahrzehnten gab es demnach Missbrauchsvorwürfe gegen mindestens 654 Ordensleute sowie 58 Angestellte. Wenigstens 1.412 Kinder, Jugendliche oder Schutzbefohlene waren von sexuellen Übergriffen betroffen.

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06.02.2020 (Donnerstag) 10:00h bis 13:00h – Konferenz zu Eltern-Kind-Entfremdung: „We love you both“ – EU-Parlament, B-1047 Brüssel

06.02.2020 (Donnerstag) 10:00h bis 13:00h

EU-Parlament in Brüssel
rue Wiertz 60
B-1047 Brüssel
Saal: Altiero Spinelli A5E-1

Konferenz zu Eltern-Kind-Entfremdung: „We love you both“

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17.12.2019 – Domradio – „Epochale“ Entscheidung

17.12.2019
Reaktionen auf Abschaffung der Schweigepflicht bei Missbrauch „Epochale“ Entscheidung

Die deutschen Bischöfe haben die Abschaffung des „Päpstlichen Geheimnisses“ bei der Verfolgung von Missbrauch begrüßt. Der frühere kirchliche Chef-Strafverfolger für Missbrauchsdelikte, Erzbischof Scicluna, nannte die Entscheidung gar „epochal“.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, hat die Abschaffung des sogenannten Päpstlichen Geheimnisses bei der Verfolgung von Missbrauchsstraftaten begrüßt.

Die Instruktion von Papst Franziskus sei „der richtige Schritt in einem langen Prozess der Kirche, der von vielen Seiten als notwendig angesehen wurde“, sagte der Trierer Bischof am Dienstag in Bonn. Die Entscheidung ermögliche eine größere Transparenz und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden.

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02.12.2019 – Deutschlandfunk – Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach: Immer mehr Verdächtige in ganz Deutschland

Seit im Oktober Fälle von Kindesmissbrauch in Bergisch Gladbach bekannt wurden, haben die Ermittler Spuren zu weiteren möglichen Tätern in ganz Deutschland aufgedeckt. Die Kripo spricht von einer „erschreckend empathielosen Szene“. Der Fall insgesamt gilt als größer als der Missbrauchsskandal von Lügde.

Von Moritz Küpper

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03.12.2019 – kathpress – Berlin: Nationaler Rat zum Kampf gegen Missbrauch tagte erstmals

Spitzenvertreter aus Politik, Kirchen und Zivilgesellschaft sollen für bessere Vernetzung und mehr politischen Druck bei der Umsetzung von Empfehlungen sorgen

03.12.2019, 14:59 Uhr Deutschland/Regierung/Missbrauch/Gesellschaft/Kirche

Berlin, 03.12.2019 (KAP/KNA) In Deutschland hat sich ein Nationaler Rat zur Bekämpfung von sexuellem Missbrauch konstituiert. Rund 40 Spitzenvertreter aus Politik und Zivilgesellschaft sollen für bessere Vernetzung und mehr politischen Druck bei der Umsetzung von Empfehlungen sorgen und bis Sommer 2021 Ziele und konkrete Umsetzungsschritte erarbeiten. Genauer Titel des Gremiums ist „Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“.

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25.09.2019 – katholisch.de – Bischöfe beraten über Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer

Bischöfe beraten über Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer

Wie viel Geld entschädigt erlittenes Unrecht? Darüber haben die Bischöfe bei ihrer Vollversammlung beraten. Im Raum steht der Vorschlag einer Arbeitsgruppe. Der könnte für die Kirche teuer werden.

Von Christoph Paul Hartmann | Fulda – 25.09.2019

5.000 Euro, in Einzelfällen auch mehr – das ist im Moment die gängige Entschädigung von Missbrauchsopfern der katholischen Kirche in Deutschland. Das Wort Entschädigung wurde dabei bislang allerdings möglichst vermieden. Stattdessen ist von einer „materiellen Anerkennung erlittenen Leids“ die Rede. Doch das könnte sich bald ändern – ebenso wie die Höhe der Zahlung.

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14.03.2019 – NDR – Marx: „Gutmachen, was möglich ist auf Erden“

Stand: 14.03.2019 14:08 Uhr – Lesezeit: ca.5 Min.
Marx: „Gutmachen, was möglich ist auf Erden“

Die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Lingen ist am Donnerstag mit einer Pressekonferenz zu Ende gegangen. Zum Abschluss des Vier-Tage-Treffens hat der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx eine Erklärung abgegeben. Tenor bei den Bischöfen: Man wolle einen Diskussionsprozess mit der Basis über die Grundfragen der Kirche eingehen. Marx sprach von einer „Zäsur“.

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05.03.2018 – Stuttgarter Zeitung – Missbrauchsfall von Staufen: „Da herrscht demonstrative Ignoranz“

Missbrauchsfall von Staufen
„Da herrscht demonstrative Ignoranz“
Von Eberhard Wein 05. März 2018 – 11:53 Uhr

Haben Gerichte und Jugendamt im Missbrauchsfall von Staufen versagt? Wenn ja, ist fraglich, ob es je aufgeklärt wird. Denn das hat bei deutschen Behörden keine Tradition, sagt der Konstanzer Verwaltungswissenschaftler Wolfang Seibel.

Wolfgang Seibel ist Professor in Konstanz, er beschäftigt sich unter anderem mit Fehlern von Behörden.

Staufen/Konstanz – Ein neunjähriger Bub wird von seiner Mutter und deren vorbestraften Lebensgefährten missbraucht und pädophilen Männern im Internet angeboten. Der Fall aus Staufen bei Freiburg hat Entsetzen hervorgerufen und auch die Behörden in die Kritik gebracht, die die Gefahr für das Kind unterschätzten. Der Konstanzer Verwaltungswissenschaftler Wolfgang Seibel erforscht das Versagen von Behörden. Schwerwiegende Fälle seien zwar selten, sagt er. Allerdings gebe es klare strukturelle Probleme, die Fehler begünstigten.

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10.11.2018 – Kölner Stadt-Anzeiger – Umgang mit sexuellem Missbrauch: Evangelische Kirche zunehmend unter Druck

Kölner Stadt-Anzeiger Politik Umgang mit sexuellem Missbrauch: Evangelische Kirche zunehmend unter Druck
Umgang mit sexuellem Missbrauch Evangelische Kirche zunehmend unter Druck
Von Joachim Frank
Joachim Frank ist Chefkorrespondent von Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung und Mitteldeutsche Zeitung.
10.11.18, 13:36 Uhr

Köln – Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt. Der bisherige Umgang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit sexuellem Missbrauch erinnert bisweilen fatal an dieses scharfzüngige Bonmot des französischen Künstlers Marcel Duchamp. Natürlich, es gebe Missbrauch durch Pfarrer auch bei den Protestanten. Jeder einzelne Fall sei zu beklagen und müsse aufgearbeitet werden, sagt der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber. Aber es gebe „bei uns nicht dieselben strukturellen Voraussetzungen wie in der katholischen Kirche – Stichworte: hierarchische Struktur, Autoritätsverhältnisse, Pflichtzölibat, Sexualmoral.“ Und auch international habe das Problem im evangelischen Bereich „nicht die gleiche Dramatik“.

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass die EKD diese Linie räumen muss. „Die Missbrauchsvergehen und die institutionelle Mitverantwortung der Kirchenleitungen bundesweit und nach gemeinsamen Standards aufzuarbeiten, ist überfällig“, sagt zum Beispiel die Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), Susanne Kahl-Passoth.

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