06.02.2018 – Steirerblatt – Erstmals Jugendamt nach Missstandsduldung zu Schmerzensgeld verurteilt

Erstmals Jugendamt nach Missstandsduldung zu Schmerzensgeld verurteilt
von Steirerblatt am 6. Februar 2018

Am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz war es vier Jahre nach den Vergewaltigungen von vier Mädchen in einer Erziehungsanstalt in Graz zum Urteil gegen die Stadt Graz gekommen. Die von der Stadt Graz zwischenzeitlich geschlossene Erziehungsanstalt billigte Skandalwirtschaft und Missstandsduldung. So habe man laut Gerichtsurteil die Aufsichtspflicht verletzt und trotz Kenntnisse über die Vorgeschichte von einem der Täter Mädchen und Burschen ohne Trennung untergebracht. Sowohl das Versperren der Zimmer als auch der Duschräumlichkeiten seien nicht möglich gewesen. Den Stein ins Rollen brachte die Mutter zweier Opfer – damals 9 und 11 Jahre alt, die auch bei der Polizei Anzeige erstattete – im Gegensatz zur verantwortlichen Behörde.

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22.11.2019 – ORF – Schadenersatz für Kind in Erwachsenenpsychiatrie

Gesundheit
Schadenersatz für Kind in Erwachsenenpsychiatrie

Kinder in der Erwachsenenpsychiatrie – das war in Österreich jahrelang übliche Praxis. Ein Gericht entschied kürzlich, dass die Republik dafür Schadenersatz zahlen muss: konkret einem Mädchen, das mit 13 im Otto-Wagner-Spital untergebracht war.
22. November 2019, 11.13 Uhr

Mittlerweile komme das nicht mehr vor, sagen Experten, aber die Situation sei nach wie vor katastrophal. Drei Tage lang war das Mädchen im Oktober 2014 auf der Erwachsenenpsychiatrie untergebracht, 2.200 Euro muss die Republik der jungen Patientin nun dafür zahlen, berichtete Patientenanwalt Bernhard Rappert vom Verein Vertretungsnetz am Freitag im Ö1-Morgenjournal.

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10.12.2013 – OTS – Rechtsanwälte warnen vor Zwei-Klassen-Justiz und sehen großen justizpolitischen Reformbedarf

Stichworte: Gericht, Justiz, Menschenrechte, Politik, Recht Channel: Politik
OTS0075 10. Dez. 2013, 10:49
Rechtsanwälte warnen vor Zwei-Klassen-Justiz und sehen großen justizpolitischen Reformbedarf
ÖRAK legt 40. Wahrnehmungsbericht vor: Mängel in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung; Rechtsanwälte präsentieren Resolution mit zahlreichen Reformvorschlägen.

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26.05.2002 – Spiegel Online – Jugendforscherin Donata Elschenbroich: „Kinder müssen fragen“

Jugendforscherin Donata Elschenbroich: „Kinder müssen fragen“

Donata Elschenbroich hat den Bestseller „Weltwissen der Siebenjährigen“ geschrieben – die Kulturwissenschaftlerin über den großen Wissensdurst von Kindern, die Unterforderung der Kleinen zu Hause und im Kindergarten und die schlechte Ausbildung von Erzieherinnen.

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08.06.2012 – SVZ – Mecklenburg-Vorpommern: Offiziell 72 Kinder Opfer von Misshandlungen

Lea-Sophie, Kevin, Chantal – es sind die bekanntesten Namen in einer langen Liste von Kindern, die Opfer von Vernachlässigung oder Gewalt wurden. Auch im Nordosten ist die Leidensliste lang: In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jahr drei Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren Opfer von Tötungsdelikten geworden. Die Mädchen und Jungen waren ein, acht und zwölf Jahre alt. Zudem registrierte das Landeskriminalamt (LKA) drei versuchte Tötungsdelikte, teilte die LKA-Pressestelle auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Ein Mord wurde nicht verübt, vielmehr handele es sich um Pflichtverletzungen, beispielsweise bei der Aufsicht. In den Jahren 2008 bis 2011 waren 21 Kinder unter sechs Jahren Opfer eines Tötungsdeliktes. In acht Fällen habe es sich um einen Versuch gehandelt.

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21.05.2012 – Profil – Heimskandal: Historikerbericht dokumentiert Gewaltexzesse

Die Historikerkommission zum Wiener Heimskandal erklärt Gewalt und Missbrauch mit NS-Traditionen, autoritärem Spießertum, fehlender Kontrolle und feigem Wegschauen.

Schon die Aufzählung so genannter Erziehungsmethoden, die in Kinder- und Jugendheimen des sozialdemokratisch regierten Wien üblich waren, lässt einem Tränen in die Augen schießen: Schläge mit dem Ochsenziemer, Kniebeugen um Mitternacht, eiskalte Duschen, Kellerhaft, Redeverbot, Klogang in Gruppen, Demütigung durch Blöße, Zwang aufzuessen, auch das Erbrochene.

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26.03.2012 – Heute – Trotz Lehrermangel: Lehrer will weiter arbeiten und darf aber nicht!

Andreas H. (Name von der Redaktion geändert) ist 65 Jahre alt. Er unterrichtet an einer städtischen Fachschule. Aus Altersgründen schickt ihn die Stadt nun in Pension – mitten im Schuljahr. Und das, obwohl in seiner Schule neun von insgesamt 20 (!) Lehrkräften in Fächern unterrichten müssen, für die sie nicht ausgebildet sind!

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22.02.2012 – ORF – „Systematischer Sadismus“ in Heimen

Bis in die 90er Jahre habe es in Wiener Heimen Gewalt gegen Kinder gegeben, sagte der Kinderpsychiater Ernst Berger in einem Ö1-Interview. In Gesprächen mit Berger schilderten Betroffene „fast systematischen Sadismus“.

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24.05.2011 – Ruhr-Universität Bochum – Mangel, Überforderung und harte Strafen

Pionierarbeit an der RUB: Konfessionelle Heimerziehung erforscht
Abschlussbericht bietet ersten Gesamtüberblick – weitere Aufarbeitung tut Not

Die oft problematischen Zustände in der konfessionellen Heimerziehung haben die Leitungen der jeweiligen Einrichtungen und die Aufsichtsorgane passiv zugelassen. Zwischen 1949 und 1972 wurden Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung meist nur unzureichend gefördert, sie erlitten vielfach Demütigungen und wurden oft auch Opfer von Misshandlungen und Missbrauch. Mangelhafte äußere Bedingungen, der damals vorherrschende rigide Erziehungsstil sowie das persönliche Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter haben zu den traumatisierenden Erfahrungen vieler Heimkinder beigetragen. Das sind die zentralen Ergebnisse des ersten Gesamtüberblicks zur konfessionellen Heimerziehung in der jungen Bundesrepublik Deutschland bis in die 70er-Jahre hinein. Die Bochumer Wissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Damberg (Katholisch-Theologische Fakultät der RUB) und Prof. Dr. Traugott Jähnichen (Evangelisch-Theologische Fakultät) haben ein seit 2008 laufendes Forschungsprojekt abgeschlossen und stellten heute ihren Bericht vor.

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