27.08.2020 – Statistisches Bundesamt – Kinderschutz: Jugendämter melden erneut 10% mehr Kindeswohlgefährdungen

Presse Kinderschutz: Jugendämter melden erneut 10% mehr Kindeswohlgefährdungen
Jedes zweite betroffene Kind war jünger als 8 Jahre
Pressemitteilung Nr. 328 vom 27. August 2020

WIESBADEN – Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2019 bei rund 55 500 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 10% oder rund 5 100 Fälle mehr als 2018. Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist damit das zweite Jahr in Folge um 10% auf einen neuen Höchststand angestiegen. Ein Grund für den Anstieg könnte die umfangreiche Berichterstattung über Missbrauchsfälle in den vergangenen beiden Jahren sein, die zu einer weiteren generellen Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie der Behörden geführt haben dürfte. Gleichzeitig können auch die tatsächlichen Fallzahlen gestiegen sein. Bundesweit hatten die Jugendämter 2019 über 173 000 Verdachtsfälle im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung geprüft, das waren rund 15 800 mehr als im Vorjahr.

Den neuen Ergebnissen zufolge war jedes zweite gefährdete Kind jünger als 8 Jahre. Während Jungen bis zum Alter von 13 Jahren etwas häufiger betroffen waren, galt dies ab dem 14. Lebensjahr für Mädchen. Die meisten Minderjährigen wuchsen bei Alleinerziehenden (42%), bei beiden Eltern gemeinsam (38%) oder einem Elternteil in neuer Partnerschaft auf (11%). Etwa die Hälfte der gefährdeten Kinder und Jugendlichen nahm zum Zeitpunkt der Gefährdungseinschätzung bereits eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch. Nur 4% von ihnen suchten selbst Hilfe beim Jugendamt, am häufigsten kam aber ein Hinweis von Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft (22%), Schulen und Kitas (17%) oder aus dem privaten Umfeld beziehungsweise anonym (15%).

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05.09.2019 – NTV – Lügde ist kein Einzelfall „Gesellschaft erträgt Missbrauchs-Realität nicht“

Panorama
Donnerstag, 05. September 2019
Lügde ist kein Einzelfall „Gesellschaft erträgt Missbrauchs-Realität nicht“

Im Missbrauchsfall von Lügde fallen heute die Urteile gegen die beiden Haupttäter. Der Fall ist trotz seiner Ungeheuerlichkeit nur einer von vielen, die täglich in Deutschland passieren. Die Sozialwissenschaftlerin Kathinka Beckmann hofft trotzdem auf eine Signalwirkung.

n-tv.de: Der Fall Lügde hat die Menschen erschreckt, das Entsetzen war groß. Hat Sie der Fall überrascht?

Kathinka Beckmann: Nein. Wir machen uns nicht klar, wie groß das Ausmaß dieser Taten jedes Jahr in Deutschland ist. Das Bundeskriminalamt erhebt seit 2002 die Zahlen kindlicher Opfer. Im Bereich sexueller Gewalt liegen sie konstant zwischen 13.000 und 15.000 pro Jahr. Das verändert sich kaum. Das heißt, wir haben seit Jahren zwischen 40 und 45 Kinder, die täglich sexuelle Gewalt erfahren. Das ist kein Einzelfall.

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19.03.2018 – Badische Zeitung – Breisgau-Hochschwarzwald: Landratsamt organisiert nach dem Fall Alessio sein Jugendamt um

Breisgau-Hochschwarzwald
Landratsamt organisiert nach dem Fall Alessio sein Jugendamt um
Von Wulf Rüskamp

Mo, 19. März 2018 um 20:41 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Das Jugendamt des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald wird derzeit personell vergrößert und intern umorganisiert. Das Landratsamt setzt damit Empfehlungen von Experten um, die das Handeln des Amtes im Fall Alessio untersucht haben.

Der Dreijährige, der unter Beobachtung des Jugendamts gestanden hatte, war im Januar 2015 von seinem Stiefvater in Lenzkirch erschlagen worden. Es ist der Weg aus einer großen Krise – und die unausgesprochene Zurücknahme des damals gefallenen Worts der Landrätin Störr-Ritter, es habe keine Fehler gegeben.

Diese Aussage hatten schon das in München ansässige Deutsche Jugendinstitut und eine achtköpfige Expertenkommission indirekt mit ihrer Aufarbeitung des Falls Alessio zerpflückt. Ihre Empfehlungen, die sich auf den Personalmangel ebenso bezogen wie auf interne Beratungsabläufe oder die Zusammenarbeit mit externen Jugendschutzorganisationen, nahm das Landratsamt als Handlungsanweisungen.

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10.11.2018 – Kölner Stadt-Anzeiger – Umgang mit sexuellem Missbrauch: Evangelische Kirche zunehmend unter Druck

Kölner Stadt-Anzeiger Politik Umgang mit sexuellem Missbrauch: Evangelische Kirche zunehmend unter Druck
Umgang mit sexuellem Missbrauch Evangelische Kirche zunehmend unter Druck
Von Joachim Frank
Joachim Frank ist Chefkorrespondent von Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung und Mitteldeutsche Zeitung.
10.11.18, 13:36 Uhr

Köln – Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt. Der bisherige Umgang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit sexuellem Missbrauch erinnert bisweilen fatal an dieses scharfzüngige Bonmot des französischen Künstlers Marcel Duchamp. Natürlich, es gebe Missbrauch durch Pfarrer auch bei den Protestanten. Jeder einzelne Fall sei zu beklagen und müsse aufgearbeitet werden, sagt der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber. Aber es gebe „bei uns nicht dieselben strukturellen Voraussetzungen wie in der katholischen Kirche – Stichworte: hierarchische Struktur, Autoritätsverhältnisse, Pflichtzölibat, Sexualmoral.“ Und auch international habe das Problem im evangelischen Bereich „nicht die gleiche Dramatik“.

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass die EKD diese Linie räumen muss. „Die Missbrauchsvergehen und die institutionelle Mitverantwortung der Kirchenleitungen bundesweit und nach gemeinsamen Standards aufzuarbeiten, ist überfällig“, sagt zum Beispiel die Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), Susanne Kahl-Passoth.

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29.10.2015 – Spiegel – Fall Yagmur: Urteil gegen Eltern ist rechtskräftig

Getötetes Kleinkind aus Hamburg: Yagmurs Mutter scheitert vor Bundesgerichtshof

Die dreijährige Yagmur aus Hamburg wurde zu Tode misshandelt, ihre Mutter muss wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Der Bundegerichtshof wies die Revision der Frau nun zurück, das Urteil ist rechtskräftig.

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16.04.2014 – Spiegel – Totes Kleinkind aus Hamburg: Mordanklage gegen Yagmurs Mutter

Die kleine Yagmur aus Hamburg verblutete innerlich. Bislang galt der Vater als dringend tatverdächtig. Doch nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Mutter des Mädchens erhoben – wegen Mordes.

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30.01.2014 – Spiegel – Bericht zu Yagmurs Tod: Prüfer konstatieren schwere Fehler des Jugendamts

Bericht zu Yagmurs Tod: Prüfer konstatieren schwere Fehler des Jugendamts

Die Rede ist von einem eklatanten Verstoß gegen „anerkannte Grundsätze guter Sozialarbeit“: Gut einen Monat nach dem Tod der dreijährigen Yagmur in Hamburg macht ein Prüfbericht dem Jugendamt schwere Vorwürfe. Dennoch sehen die Prüfer offenbar keinen Rechtsverstoß.

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20.12.2013 – Die Welt – Der Tod der dreijährigen Yaya – wer hat versagt?

Die Welt
20.12.13
Der Tod der dreijährigen Yaya – wer hat versagt?

Bürgermeister Scholz fordert Aufklärung „ohne falsche Rücksicht“. Bezirksamtsleiter versuchen in Krisensitzung, die Abläufe zu klären

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19.12.2013 – Bild – Kinds-Tötung unter den Augen der Ämter

Erschlagene Yagmur († 3)
Kinds-Tötung unter den Augen der Ämter

19.12.2013 – 23:59 Uhr

Hamburg – Der furchtbare Prügel-Tod der kleinen Yagmur († 3) erschüttert Hamburg. Immer neue Fragen, und immer neue Ungereimtheiten gibt es in dem Fall. Und immer neue Hinweise darauf, dass Justiz und Behörden Fehler gemacht haben!

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13.01.2013 – BPP – Zwischenbilanz ein Jahr nach dem traurigen Tod der elfjährigen Chantal

Zwischenbilanz ein Jahr nach dem traurigen Tod der elfjährigen Chantal

(BPP) Am 16. Januar 2012 starb Chantal an einer Überdosis Methadon. Das Mädchen wurde nur elf Jahre alt. Chantal lebte bei drogenabhängigen Pflegeeltern. Dies war dem Jugendamt bekannt und führte dennoch nicht dazu, dass das Kind in die Obhut geeigneter Pflegeeltern in stabilen Lebensverhältnissen gegeben wurde. Durch die Arbeit des Sonderausschusses der Bürgerschaft wurde klar, dass es über Jahre ein Fehlverhalten der beteiligten Mitarbeiter des Jugendamtes Hamburg-Mitte und des Jugendamtes Harburg gegeben hat.

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