01.10.2020 – Katholisch – Umbruch am Institut zu Missbrauchs-Prävention und Aufarbeitung

Der Leiter geht – ein Trägerverein steht
Umbruch am Institut zu Missbrauchs-Prävention und Aufarbeitung

Als „think tank“ soll das Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft im Kampf gegen Missbrauch beraten. Ein Jahr nach Gründung der Einrichtung steht ein Wandel an.

Von Joachim Heinz (KNA) | Grafschaft – 01.10.2020

Beim Start vor einem Jahr mangelte es nicht an Ambitionen. In dem kleinen Ort Lantershofen an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollte nicht weniger als ein „Zentrum für Grundlagenforschung zur Prävention und Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs“ entstehen. Die Initiative dazu kam von Triers Bischof Stephan Ackermann, zugleich Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Die Leitung übernahm Oliver Vogt, bis dahin Interventionsbeauftragter des Erzbistums Köln für den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch.

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25.09.2020 – Humanistischer Pressedienst – Bischof Bätzing: „Ein ’nur‘ kann ich hier wirklich nicht sehen“

Doch nichts Neues bei der Missbrauchsentschädigung
Bischof Bätzing: „Ein ’nur‘ kann ich hier wirklich nicht sehen“

Von: Gisa Bodenstein
25. Sep 2020

Das von Bischof Ackermann angekündigte „für alle zufriedenstellende Ergebnis“ entpuppte sich bei der Abschlusspressekonferenz der Bischofskonferenz dann doch wieder als das Übliche: Das Nötigste, Unvermeidliche, verkündet wie immer im Brustton moralischer Überlegenheit. Das zog einige kritische Journalistenfragen nach sich und die enttäuschte Reaktion der Betroffenen ließ nicht lange auf sich warten.

Gestern, 12:30 Uhr auf dem Bonifatiusplatz in Fulda: Bischof Stefan Ackermann, Missbrauchsbeauftrager der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), erschien tatsächlich zum vereinbarten Termin, um öffentlichkeitswirksam und vor laufenden Kameras die „Lange Bank des Missbrauchsskandals“ mittels Handsäge zu kürzen. Denn, so hatte er am Dienstag angekündigt, noch in dieser Woche werde es ein verbindliches und für alle zufriedenstellendes Ergebnis zur Missbrauchsaufarbeitung und –entschädigung geben.

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26.08.2020 – Katholisch – Nach Ordens-Erhebung: DBK will einheitliches Vorgehen bei Missbrauch

Gemischtes Echo auf Untersuchung der Deutschen Ordensobernkonferenz
Nach Ordens-Erhebung: DBK will einheitliches Vorgehen bei Missbrauch

Nach der MHG-Studie der deutschen Bischöfe haben nun auch die deutschen Orden eine eigene Erhebung zu sexuellem Missbrauch präsentiert. Die Reaktionen darauf fallen gemischt aus: von der Zusage zu enger Zusammenarbeit bis hin zu scharfer Kritik.

Bonn/Berlin – 26.08.2020

Nach der Vorstellung einer Untersuchung zu sexuellem Missbrauch in katholischen Orden dringen die Bischöfe auf ein einheitliches und transparentes Vorgehen in der katholischen Kirche in Deutschland. Betroffene erwarteten „einen einheitlichen Umgang mit diesen Fragen“, erklärte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Stephan Ackermann, am Mittwoch in Bonn. Der Bischof von Trier begrüßte die „deutliche Willensbekundung der Orden“ zur weiteren Zusammenarbeit mit der Bischofskonferenz, und sicherte seitens der Bischöfe zu, bereits praktizierte Kooperationen „wo immer möglich“ fortzusetzen, zu verstärken und auch die Orden zu unterstützen.

Zuvor hatte die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) die Ergebnisse einer Befragung von 392 Ordensgemeinschaften vorgestellt. Daran hatten sich mit 291 Gemeinschaften etwa drei Viertel beteiligt, in denen 88 Prozent der heutigen Ordensmitglieder leben. In den zurückliegenden Jahrzehnten gab es demnach Missbrauchsvorwürfe gegen mindestens 654 Ordensleute sowie 58 Angestellte. Wenigstens 1.412 Kinder, Jugendliche oder Schutzbefohlene waren von sexuellen Übergriffen betroffen.

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05.02.2020 – Domradio – Vertuschungsvorwürfe gegen früheren Bischof

05.02.2020
Missbrauchsopfer fordern Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes Vertuschungsvorwürfe gegen früheren Bischof

Was genau wusste der frühere Trierer Bischof Bernhard Stein? Die Initiative Missbit wirft ihm vor, sexuellen Missbrauch vertuscht zu haben. Der Bischof-Stein-Platz in Trier könnte nun umbenannt werden.

Die Initiative Missbit erhebt schwere Vorwürfe gegen den früheren Trierer Bischof Bernhard Stein (1904-1993): Er habe in seiner Amtszeit von 1967 bis 1980 von sexuellem Missbrauch durch Kleriker nicht nur gewusst, sondern Taten und Täter gedeckt, indem er übergriffige Priester lediglich versetzt habe.

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17.12.2019 – Domradio – „Epochale“ Entscheidung

17.12.2019
Reaktionen auf Abschaffung der Schweigepflicht bei Missbrauch „Epochale“ Entscheidung

Die deutschen Bischöfe haben die Abschaffung des „Päpstlichen Geheimnisses“ bei der Verfolgung von Missbrauch begrüßt. Der frühere kirchliche Chef-Strafverfolger für Missbrauchsdelikte, Erzbischof Scicluna, nannte die Entscheidung gar „epochal“.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, hat die Abschaffung des sogenannten Päpstlichen Geheimnisses bei der Verfolgung von Missbrauchsstraftaten begrüßt.

Die Instruktion von Papst Franziskus sei „der richtige Schritt in einem langen Prozess der Kirche, der von vielen Seiten als notwendig angesehen wurde“, sagte der Trierer Bischof am Dienstag in Bonn. Die Entscheidung ermögliche eine größere Transparenz und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden.

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03.12.2019 – kathpress – Berlin: Nationaler Rat zum Kampf gegen Missbrauch tagte erstmals

Spitzenvertreter aus Politik, Kirchen und Zivilgesellschaft sollen für bessere Vernetzung und mehr politischen Druck bei der Umsetzung von Empfehlungen sorgen

03.12.2019, 14:59 Uhr Deutschland/Regierung/Missbrauch/Gesellschaft/Kirche

Berlin, 03.12.2019 (KAP/KNA) In Deutschland hat sich ein Nationaler Rat zur Bekämpfung von sexuellem Missbrauch konstituiert. Rund 40 Spitzenvertreter aus Politik und Zivilgesellschaft sollen für bessere Vernetzung und mehr politischen Druck bei der Umsetzung von Empfehlungen sorgen und bis Sommer 2021 Ziele und konkrete Umsetzungsschritte erarbeiten. Genauer Titel des Gremiums ist „Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“.

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25.09.2019 – katholisch.de – Bischöfe beraten über Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer

Bischöfe beraten über Höhe der Entschädigung für Missbrauchsopfer

Wie viel Geld entschädigt erlittenes Unrecht? Darüber haben die Bischöfe bei ihrer Vollversammlung beraten. Im Raum steht der Vorschlag einer Arbeitsgruppe. Der könnte für die Kirche teuer werden.

Von Christoph Paul Hartmann | Fulda – 25.09.2019

5.000 Euro, in Einzelfällen auch mehr – das ist im Moment die gängige Entschädigung von Missbrauchsopfern der katholischen Kirche in Deutschland. Das Wort Entschädigung wurde dabei bislang allerdings möglichst vermieden. Stattdessen ist von einer „materiellen Anerkennung erlittenen Leids“ die Rede. Doch das könnte sich bald ändern – ebenso wie die Höhe der Zahlung.

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28.06.2019 – Aachener Nachrichten – „Ich habe zu lange geschwiegen“

„Ich habe zu lange geschwiegen“
Ex-Priester macht sich Vorwürfe und zeigt sich selbst bei der Kirche an
28. Juni 2019 um 10:46 Uhr
Der ehemalige Amtspriester Jochen Becker steht vor der Kirche St. Ursula. Foto: dpa/Oliver Berg

Köln. Jochen Becker hat sich selbst bei der Kirche angezeigt. Er wirft sich vor, von einem Fall von sexuellem Kindesmissbrauch gewusst, den Täter aber erst nach mehreren Jahren gemeldet zu haben. „Ich habe zu lange geschwiegen“, sagt er.

Von Christoph Driessen, dpa

Die zum 1. Juni erlassenen neuen Regeln von Papst Franziskus zum Umgang mit Missbrauch haben ihn zu der Selbstanzeige veranlasst. Bisher habe er von den kirchlichen Behörden allerdings nur eine Eingangsbestätigung erhalten.

Dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, ist der Fall nach Angaben seiner Pressestelle bekannt. Beckers Kritik werde nachgegangen, teilt eine Sprecherin mit.

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14.03.2019 – NDR – Marx: „Gutmachen, was möglich ist auf Erden“

Stand: 14.03.2019 14:08 Uhr – Lesezeit: ca.5 Min.
Marx: „Gutmachen, was möglich ist auf Erden“

Die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Lingen ist am Donnerstag mit einer Pressekonferenz zu Ende gegangen. Zum Abschluss des Vier-Tage-Treffens hat der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx eine Erklärung abgegeben. Tenor bei den Bischöfen: Man wolle einen Diskussionsprozess mit der Basis über die Grundfragen der Kirche eingehen. Marx sprach von einer „Zäsur“.

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01.06.2015 – Berliner Morgenpost – Missbrauch in Berlin: Wenn der Staat zum Täter wird

Kommentar
Missbrauch in Berlin – Wenn der Staat zum Täter wird

Berlins Behörden haben sich an Schutzbefohlenen versündigt – und breiten darüber immer noch den Mantel des Schweigens. Eine Aufklärung ist das Mindeste, kommentiert Joachim Fahrun.
01.06.2015, 12:51
Joachim Fahrun

Vor mehr als fünf Jahren war die Blockade beendet. Diese Zeitung machte 2010 als erste öffentlich, dass in den Siebziger- und Achtzigerjahren am Berliner Jesuitengymnasium mehrere Patres über Jahre gegenüber Schülern sexuell übergriffig waren – und ihre Oberen sahen weg.

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