18.02.2020 – Vienna Online – Wiener Jugendbetreuer bot 13-Jährigem Geld für Sex: Urteil

18.02.2020 14:19 (Akt. 18.02.2020 20:27)

Weil er einen 13-jährigen Burschen zu Sex verführen wollte, fasste ein 36-jähriger Jugendbetreuer aus Wien eine Bewährungsstrafe aus.

Ausgerechnet einen 13 Jahre alten und damit unmündigen Burschen, um den er sich in einer WG für sozial benachteiligte Jugendliche kümmern sollte, wollte ein Sozialarbeiter zu Sex verführen. „Mir ist schon klar, dass das nicht angemessen war“, meinte der 36-Jährige am Dienstag am Wiener Landesgericht. „Das ist eine krasse Untertreibung“, beschied ihm darauf Richter Stefan Renner.

Jugendbetreuer kontaktierte 13-Jährigen per WhatsApp

Der Angeklagte, der seit 2012 für einen Wiener Verein als Jugendbetreuer tätig war, kontaktierte eines Tages den 13-Jährigen per WhatsApp. Er bot ihm zunächst Marihuana und Amphetamine an, weil das „besser“ als Marihuana sei. Danach schickte er dem Unmündigen ein Foto seines Geschlechtsteils und forderte ihn mehr oder weniger unverblümt zu sexuellen Handlungen auf.

„Krieg ich Geld dafür?“, fragte der 13-Jährige in dem Chat. „Jo, kannst haben. Wenn’s taugt. Kannst zwei Grüne (zwei Hundert-Euro-Scheine, Anm.) haben“, antwortete der Jugendbetreuer. Und er vereinbarte auch gleich ein Treffen („Morgen, 18.00 Uhr“).

Drogen und Kinderpornos bei Hausdurchsuchung sichergestellt

Der Jugendliche ging stattdessen zur Polizei und zeigte seinen Betreuer an. Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des 36-Jährigen wurden 102 Gramm Cannabiskraut und 0,4 Gramm Crystal Meth sichergestellt. Bei der Sichtung der Festplatte seines Laptops stieß man – wenn auch in geringem Umfang – auf kinderpornografisches Material.

Der Arbeitgeber des Jugendbetreuers sprach umgehend die Kündigung aus, der 36-Jährige begab sich in therapeutische Behandlung. „Ich bin in einem Selbstfindungsprozess. Weil ich nicht selbst so bin“, bemerkte der Mann dazu vor Gericht. Er sei an sich an Männern ab Mitte 20 interessiert.

Urteil gegen 36-Jährigen rechtskräftig

Angesichts seiner geständigen Verantwortung und seiner bisherigen Unbescholtenheit kam der Angeklagte mit einer Bewährungsstrafe davon. Er wurde wegen Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen (§ 208 StGB) und Kinderporno-Besitzes zu zwölf Monaten bedingt verurteilt. Außerdem wurde ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt, was Tätigkeiten in der Aufsicht, Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen betrifft. Schließlich wurde dem Mann noch die Weisung erteilt, seine Psychotherapie fortzusetzen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der 13-Jährige hätte an sich in der Verhandlung als Zeuge erscheinen sollen. Er blieb dem Termin aber fern. Nach Auskunft des zuständigen Vereins wurde er in seiner WG seit mehreren Wochen nicht mehr gesehen.

(APA/Red)

Quelle: Vienna Online – https://www.vienna.at/wiener-jugendbetreuer-bot-13-jaehrigem-geld-fuer-sex-urteil/6523642

18.12.2019 – Lippische Landes-Zeitung – Film zum Lügde-Prozess: Die Aufarbeitung des Unfassbaren

Detmold. Kaum ein Kriminalfall hat Lippe in seinen Grundfesten so sehr erschüttert wie der Missbrauchsfall Lügde. Über Jahrzehnte hinweg sind auf dem Campingplatz „Eichwald“ in Elbrinxen“ Kinder auf unvorstellbare Weise sexuell missbraucht worden. Es gab vereinzelte Hinweise, die nie konsequent genug verfolgt wurden, erst die Aussage eines zehnjährigen Mädchens bringt die Ermittlungen Ende 2018 ins Rollen. Am 5. September dieses Jahres sind die Haupttäter für 450 Einzeltaten an 32 Kindern vor dem Detmolder Landgericht verurteilt worden.

Dauercamper Andreas V. (56) muss für 13 Jahre in Haft, sein 34-jähriger Mittäter Mario S. für 12 Jahre – für beide ordnet die Jugendschutzkammer die anschließende Sicherungsverwahrung an. Zu Prozessbeginn sitzt noch ein dritter Angeklagter in Saal 165. Dessen Verfahren wird aber abgetrennt. Heiko V. (49) aus Stade kann das Gericht mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe als freier Mann verlassen. Ganz Deutschland verfolgt den Missbrauchsprozess in Detmold, der an zehn Prozesstagen immer weitere, unfassbare Details offenbart.

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11.02.2015 – FAZ – Der größte Fehler seines Lebens

Jugendamt-Odyssee: Der größte Fehler seines Lebens

Von Katrin Hummel

Ein Vater kämpft um seine Tochter. Gegen seine frühere Frau, die das Kind gegen ihn aufhetzt, gegen das Jugendamt, das falsche Behauptungen verbreitet. Eine Geschichte über die Allmacht der Ämter.

Dies ist eine Geschichte über die Allmacht der Jugendämter und das Ausgeliefertsein der Eltern. Eine wahre Geschichte, die zeigt, was passieren kann, wenn ein Elternteil bei Mitarbeitern des Jugendamts in Ungnade fällt. Eine Geschichte darüber, wie Jugendamtsmitarbeiter ihre Macht missbrauchen und ihren ursprünglichen Auftrag aus dem Blick verlieren können, der lautet, Kinder zu schützen und für sie da zu sein.

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11.12.2013 – General-Anzeiger Bonn – Fall Anna: Verfahren gegen Jugendamtsmitarbeiterin eingestellt

Fall Anna : Verfahren gegen Jugendamtsmitarbeiterin eingestellt

BONN Am Ende ist es so gekommen, wie es die Richter der 1. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts in der vergangenen Woche vorgeschlagen hatten: Am zehnten Verhandlungstag gegen die 46 Jahre alte Sozialpädagogin, die als Mitarbeiterin des Jugendamtes Königswinter für die von ihrer Pflegemutter getötete neunjährige Anna zuständig war, wurde das Verfahren wegen geringer Schuld vorläufig eingestellt.

Von Benjamin Jeschor

Innerhalb von sechs Wochen muss die Angeklagte nun die ihr auferlegte Geldbuße in Höhe von 2000 Euro an die gemeinnützige Organisation „Terre des Hommes“ zahlen – danach wird das Verfahren endgültig eingestellt.

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20.11.2019 (Mittwoch) um 19:00h – Unterhaltsrecht – Podiumsdiskussion im Europahaus Klagenfurt

Podiumsdiskussion

Schwerpunkt: Familienstrukturen im Umbruch
Ist das derzeitige Unterhaltsgesetz noch zeitgemäß?

20.11.2019 um 19 Uhr

Europahaus Klagenfurt, Reitschulgasse 4, 1. Stock

Moderation:

  • Roland Schurian

Auf dem Podium:

  • Bgm. Labg. Herbert Gaggl, Familiensprecher ÖVP
  • GR. Klaus-Jürgen Jandl, Team Kärnten / Klagenfurt
  • Ing. Wolfgang Stauder, NEOS Kärnten
  • Mag. Josef Maitz, Jurist, Verein INEV
  • NR. Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler, Präsidentin des Hilfswerks Kärnten
  • MMag. Thomas Preßlauer, Familien- und Psychotherapeut im Kinderschutzzentrum Wolfsberg
  • Anton Potoschnig, Diplomierter Sozialarbeiter, Obmann der Plattform Doppelresidenz
  • Christine Gaschler-Andreasch, Unterabteilungsleiterin Kinder, Jugendwohlfahrt des Landes Kärnten

Ihr Ansprechpartner
Clemens Costisella
Mobil: 0681/81121824
Email: office@v-f-r.at
Web: http://www.v-f-r.at

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08.07.2019 – Volksanwaltschaft – Verhungerte Frauen in Wien: Volksanwaltschaft stellt Missstand fest

Verhungerte Frauen in Wien: Volksanwaltschaft stellt Missstand fest
8. Juli 2019

Rund um den tragischen Hungertod einer Mutter und ihrer Zwillingstöchter in Wien ist die Prüfung der Volksanwaltschaft mittlerweile abgeschlossen. Volksanwalt Bernhard Achitz: „Aufgrund eindeutiger Hinweise auf eine schwere psychische Erkrankung der Mutter hätte die Kinder- und Jugendhilfe von sich aus regelmäßig kontrollieren und mehr unterstützende Maßnahmen ergreifen müssen.“

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16.10.2019 – NZZ – Zu spät für den Solidaritätsbeitrag – Gericht legt Frist für Verdingkinder strikt aus

Zu spät für den Solidaritätsbeitrag – Gericht legt Frist für Verdingkinder strikt aus

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde eines mutmasslichen Verdingkinds ab. Der Mann hatte vergeblich darum ersucht, die Einreichefrist für den Solidaritätsbeitrag zu verlängern.

Kathrin Alder
16.10.2019, 12:00 Uhr

Bis zum 31. März 2018 hatten ehemalige Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen Zeit, beim Bundesamt für Justiz (BJ) ein Gesuch für einen Solidaritätsbeitrag zu stellen. Rund 9000 Betroffene haben dies fristgerecht getan. 212 Opfer haben die Frist hingegen verpasst. Ihnen gegenüber blieb das BJ bis anhin hart – bereits früh hatte es bekanntgegeben, es werde die Eingabefrist nicht verlängern und zu spät eingetroffene Gesuche nur in Ausnahmefällen akzeptieren. Etwa dann, wenn der Antragsteller oder die Antragstellerin physisch oder psychisch schwer erkrankt ist. Weiterlesen