06.02.2018 – Steirerblatt – Erstmals Jugendamt nach Missstandsduldung zu Schmerzensgeld verurteilt

Erstmals Jugendamt nach Missstandsduldung zu Schmerzensgeld verurteilt
von Steirerblatt am 6. Februar 2018

Am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz war es vier Jahre nach den Vergewaltigungen von vier Mädchen in einer Erziehungsanstalt in Graz zum Urteil gegen die Stadt Graz gekommen. Die von der Stadt Graz zwischenzeitlich geschlossene Erziehungsanstalt billigte Skandalwirtschaft und Missstandsduldung. So habe man laut Gerichtsurteil die Aufsichtspflicht verletzt und trotz Kenntnisse über die Vorgeschichte von einem der Täter Mädchen und Burschen ohne Trennung untergebracht. Sowohl das Versperren der Zimmer als auch der Duschräumlichkeiten seien nicht möglich gewesen. Den Stein ins Rollen brachte die Mutter zweier Opfer – damals 9 und 11 Jahre alt, die auch bei der Polizei Anzeige erstattete – im Gegensatz zur verantwortlichen Behörde.

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17.12.2019 – Domradio – „Epochale“ Entscheidung

17.12.2019
Reaktionen auf Abschaffung der Schweigepflicht bei Missbrauch „Epochale“ Entscheidung

Die deutschen Bischöfe haben die Abschaffung des „Päpstlichen Geheimnisses“ bei der Verfolgung von Missbrauch begrüßt. Der frühere kirchliche Chef-Strafverfolger für Missbrauchsdelikte, Erzbischof Scicluna, nannte die Entscheidung gar „epochal“.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, hat die Abschaffung des sogenannten Päpstlichen Geheimnisses bei der Verfolgung von Missbrauchsstraftaten begrüßt.

Die Instruktion von Papst Franziskus sei „der richtige Schritt in einem langen Prozess der Kirche, der von vielen Seiten als notwendig angesehen wurde“, sagte der Trierer Bischof am Dienstag in Bonn. Die Entscheidung ermögliche eine größere Transparenz und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden.

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20.11.2019 – Deutschlandfunk – Jugendämter vermittelten Pflegekinder an Pädophile

Berlin
Jugendämter vermittelten Pflegekinder an Pädophile

Es ist ein Skandal, der noch nicht aufgearbeitet ist: Seit den 60er Jahren gaben Berliner Jugendämter Pflegekinder in die Obhut von pädophilen Pflegevätern, die diese jahrelang sexuell missbrauchten. Mit einer Entschädigung der Opfer tut sich der Berliner Senat schwer.

Von Claudia van Laak

Sie kommt nur schleppend voran, die Aufarbeitung eines Vorgangs, den Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres zynisch, menschenverachtend und ungeheuerlich nennt. Seit Ende der 60er Jahre bis Anfang 2000 gaben mindestens zwei Jugendämter Kinder und Jugendliche in die Obhut von pädosexuellen Tätern. Diese kassierten Pflegegeld und missbrauchten die Kinder. Völlig unklar ist der Umfang des Skandals. Um wie viele Täter handelt es sich, um wie viele Opfer? Namentlich bekannt sind ein bereits verstorbener Täter und drei Betroffene. Mit zweien konnte der Deutschlandfunk sprechen – sie wollen anonym bleiben.

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25.07.2019 – FAZ – Kinderhandel in Italien: Eine fast unheimliche Parallele zu Hänsel und Gretel

Kinderhandel in Italien : Eine fast unheimliche Parallele zu Hänsel und Gretel
Aktualisiert am 25.07.2019-17:23

Im norditalienischen Bibbiano wurde jahrelang mit Kindern gehandelt. Verdächtigt werden zahlreiche Mediziner und Sozialarbeiter, sogar der Bürgermeister soll beteiligt gewesen sein. Nun wird die Sache zum Politikum.

Von Matthias Rüb

Bibbiano ist ein Städtchen von rund zehntausend Einwohnern in Norditalien. Ende Juni wurde dort Anklage erhoben gegen 27 Verdächtige, darunter Psychologen und Psychotherapeuten, Ärzte und Sozialarbeiter. Auch der Bürgermeister steht unter Hausarrest. Den Angeklagten werden Kindesmisshandlung und Körperverletzung, Betrug und Amtsmissbrauch, Fälschung von Dokumenten und Diagnosen sowie allerlei weitere Delikte vorgeworfen.

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28.06.2019 – Aachener Nachrichten – „Ich habe zu lange geschwiegen“

„Ich habe zu lange geschwiegen“
Ex-Priester macht sich Vorwürfe und zeigt sich selbst bei der Kirche an
28. Juni 2019 um 10:46 Uhr
Der ehemalige Amtspriester Jochen Becker steht vor der Kirche St. Ursula. Foto: dpa/Oliver Berg

Köln. Jochen Becker hat sich selbst bei der Kirche angezeigt. Er wirft sich vor, von einem Fall von sexuellem Kindesmissbrauch gewusst, den Täter aber erst nach mehreren Jahren gemeldet zu haben. „Ich habe zu lange geschwiegen“, sagt er.

Von Christoph Driessen, dpa

Die zum 1. Juni erlassenen neuen Regeln von Papst Franziskus zum Umgang mit Missbrauch haben ihn zu der Selbstanzeige veranlasst. Bisher habe er von den kirchlichen Behörden allerdings nur eine Eingangsbestätigung erhalten.

Dem Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, ist der Fall nach Angaben seiner Pressestelle bekannt. Beckers Kritik werde nachgegangen, teilt eine Sprecherin mit.

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14.03.2017 – Standard – 20 Jahre Ethikunterricht zwischen Pflicht, Luxus und Freistunde

20 Jahre Ethikunterricht zwischen Pflicht, Luxus und Freistunde
Lisa Nimmervoll
14. März 2017, 07:04

Der Schulversuch Ethik läuft seit 1997. Was tun? Ethik für alle? Nur für „Religionsabmelder“? Zeit für eine Bilanz mit den Bildungssprechern der Parteien. Die Regierung hat Ethik nicht auf ihrer Agenda

Wien – Das Wort „Versuch“ impliziert gemeinhin eigentlich eine überschaubare Dauer mit einem absehbaren Ende. Im Zusammenhang mit Bildungspolitik kann die allerdings etwas länger werden, ja, mehrere Jahrzehnte des Versuchens in Anspruch nehmen. Einer der vielen Schulversuche in Österreich – laut Rechnungshof gab es 2012/13 5367 Schulversuche an 2900 Standorten (an einer Schule kann es mehrere geben) – geht heuer in sein 20. Versuchsjahr: „Ethik als Pflichtgegenstand für SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen“. Weiterlesen

29.10.2015 – Spiegel – Fall Yagmur: Urteil gegen Eltern ist rechtskräftig

Getötetes Kleinkind aus Hamburg: Yagmurs Mutter scheitert vor Bundesgerichtshof

Die dreijährige Yagmur aus Hamburg wurde zu Tode misshandelt, ihre Mutter muss wegen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Der Bundegerichtshof wies die Revision der Frau nun zurück, das Urteil ist rechtskräftig.

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