Philosophie

Unter dem Arbeitstitel „PAGO“ wird seit Februar 2011 eine Art von Zukunfts-Werkstatt für eine menschenwürdige Neuregelung des Familienrechts abgehalten. „PAGO“ steht dabei für „Projekt Automatische Gemeinsame Obsorge“.

Die Verurteilung der Republik Österreich durch den EGMR (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte) war dafür ausschlaggebend.

Das Recht des Kindes auf beide Eltern wurde durch den Spruch des EGMR Anfang Februar 2011 eindrucksvoll bestätigt. Justizministerin Bandion-Ortner sieht nun Handlungsbedarf. Änderungen müssen innerhalb von sechs Monaten umgesetzt werden.

Damit es nicht zu einer oberflächlichen Schnell-Reparatur des Familienrechts kommt, haben wir unsere Arbeit nun aufgenommen. Diese wichtige Reform kann unmöglich jenen vorbehalten bleiben, die wegen eines Verstoßes gegen die Menschenrechte verurteilt wurden.

Besonders den Schwächsten in unserer Gesellschaft, unseren Kindern müssen wir nun unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit widmen. Familie ist ein zentraler Wert. Tiefgreifende Reformen sind jetzt erforderlich, um allen Menschen in unserem Land ein Leben in Freiheit und Sicherheit zu garantieren.

Menschenwürde steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Danach fragen wir immer zuerst. In all den Diskussionen und Papieren zum Thema Neuregelung des Familienrechts scheint Menschenwürde offenbar keine Rolle zu spielen, eine Erwähnung konnten wir bisher nirgendwo finden.

Wenn aber nur der Buchstabe des Gesetzes geändert werden soll und nicht der Geist, dann geht alles so weiter wie bisher. Und so wie ist, ist es nicht gut.

Finanzielle Interessen einzelner Behörden oder Berufsgruppen finden keine Berücksichtigung.

Rund um das Familienrecht ist ein Markt entstanden. Dieser Markt ermöglicht Geschäfte. Diese Geschäfte sind profitabel. Profit ist angenehm, man gewöhnt sich schnell daran. Und Gewohnheiten werden nur schwer aufgegeben.

Auf Gewohnheiten nehmen wir keine Rücksicht. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Zehntausende Betroffene sind die besseren Experten.

Lassen wir sie zu Wort kommen, hören wir ihnen zu. Was uns Betroffene zu sagen haben ist ein wertvolles Gut, aus dem wir mit vollen Händen schöpfen sollen.

Die leidvollen Erfahrungen dieser vielen Menschen mit den bestehenden Regelungen sind ein Schatz, den wir jetzt heben. Die vielen Tränen dürfen nicht umsonst gewesen sein!

Es ist unsere Gesellschaft.

Seit Jahrzehnten sind es immer die selben sogenannten Experten, die in politischen Arbeitsgruppen die Weichenstellungen (nicht nur) unseres Familienrechts vornehmen. Betroffenen-Experten werden dazu trotz expliziter Anfragen nicht eingeladen! Was Betroffene zu sagen haben, wollen Experten offenbar nicht hören.

Aus dem Erfahrungs-Schatz der Betroffenen lässt sich eine bessere Gesellschaft bauen. Und es ist unsere Gesellschaft!

Menschliche Verantwortung statt Parteipolitik.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es den Versuch geben, unsere Plattform in ein „politisches Eck“ zu stellen. Den Linken werden wir „zu rechts“ sein, den Rechten „zu links“, und die Mitte wird sich wie gewohnt später positionieren. Wir rechnen auch sehr stark mit dem Versuch einer Instrumentalisierung.

Parteipolitische Interessen spielen jedoch in unserer Arbeit keine Rolle, das garantieren wir. Wir stehen mit unserer Arbeit für Menschlichkeit, für Gerechtigkeit, für Rechtstaatlichkeit, für Mitgefühl mit Opfern, für Verstehen-Wollen, für ein Leben in Freiheit und Sicherheit, für Menschenrechte und Menschenwürde.

Leid und Unrecht dürfen nicht mehr länger bedenkenlos in Kauf genommen werden. Die Tränen der Opfer sind uns Verpflichtung!

Können Sie mitschwingen?

Dann arbeiten Sie mit uns. Nehmen Sie Kontakt auf und werden Sie Teil des Team-PAGO.

Team-PAGO, 16.03.2011