10.11.2018 – Kölner Stadt-Anzeiger – Umgang mit sexuellem Missbrauch: Evangelische Kirche zunehmend unter Druck

Kölner Stadt-Anzeiger Politik Umgang mit sexuellem Missbrauch: Evangelische Kirche zunehmend unter Druck
Umgang mit sexuellem Missbrauch Evangelische Kirche zunehmend unter Druck
Von Joachim Frank
Joachim Frank ist Chefkorrespondent von Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung und Mitteldeutsche Zeitung.
10.11.18, 13:36 Uhr

Köln – Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt. Der bisherige Umgang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit sexuellem Missbrauch erinnert bisweilen fatal an dieses scharfzüngige Bonmot des französischen Künstlers Marcel Duchamp. Natürlich, es gebe Missbrauch durch Pfarrer auch bei den Protestanten. Jeder einzelne Fall sei zu beklagen und müsse aufgearbeitet werden, sagt der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber. Aber es gebe „bei uns nicht dieselben strukturellen Voraussetzungen wie in der katholischen Kirche – Stichworte: hierarchische Struktur, Autoritätsverhältnisse, Pflichtzölibat, Sexualmoral.“ Und auch international habe das Problem im evangelischen Bereich „nicht die gleiche Dramatik“.

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass die EKD diese Linie räumen muss. „Die Missbrauchsvergehen und die institutionelle Mitverantwortung der Kirchenleitungen bundesweit und nach gemeinsamen Standards aufzuarbeiten, ist überfällig“, sagt zum Beispiel die Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), Susanne Kahl-Passoth.

Weiterlesen

27.10.2018 – Rubikon – Die Pseudo-Liebe

Samstag, 27. Oktober 2018, 15:58 Uhr
~15 Minuten Lesezeit
Die Pseudo-Liebe
Eine Stellungnahme von Franz Ruppert zum allseits gelobten Dokumentarfilm „Elternschule“.

Von Franz Ruppert

Viele Eltern sind traumatisiert und wissen es nicht. So projizieren sie ihre eigenen Traumata auf ihre Kinder, während sie glauben, ihre Kinder seien schwer erziehbar und bräuchten mehr Grenzen und eine strengere Erziehung. Der Teufelskreis der Traumatisierung geht von Generation zu Generation in die nächste Runde. Wie können wir ihm entkommen?

Ich bin gebeten worden, eine Stellungnahme zum Dokumentarfilm „Elternschule“ von Jörg Adolph und Ralf Bücheler zu verfassen. Für mich ist dieser Film ein weiteres Symptom für eine Gesellschaft, die ihre Mitglieder schon früh traumatisiert, diese Traumatisierungen systematisch ignoriert und sich dann mit hohem Aufwand und viel Eifer an der Bekämpfung von Psychotrauma-Folgesymptomen abarbeitet.

Weiterlesen

14.06.2016 – Kleine Zeitung – Weil Kind nicht bei Vater war: Beugestrafe für Mutter

Gericht
Weil Kind nicht bei Vater war: Beugestrafe für Mutter

Gericht wirft Frau aus Kärnten vor, das Besuchsrecht zwischen Vater und Sohn zu verweigern. Nun muss sie 500 Euro Strafe zahlen. Der Beschluss ist rechtskräftig.
06.31 Uhr, 14. Juni 2016

Von Familienfrieden waren diese Eltern auch am Vatertag weit entfernt: Seit Jahren streitet ein geschiedenes Paar um das gemeinsame Kind. Das ging jetzt so weit, dass über die Mutter aus Kärnten eine Beugestrafe von 500 Euro verhängt wurde. „Sie weigerte sich beharrlich, dass Kontaktrecht zwischen leiblichem Vater und Kind zu akzeptieren“, begründet Eva Jost-Draxl, Sprecherin des Landesgerichts. Beugestrafen gibt es sehr selten.

Weiterlesen

01.06.2015 – Berliner Morgenpost – Missbrauch in Berlin: Wenn der Staat zum Täter wird

Kommentar
Missbrauch in Berlin – Wenn der Staat zum Täter wird

Berlins Behörden haben sich an Schutzbefohlenen versündigt – und breiten darüber immer noch den Mantel des Schweigens. Eine Aufklärung ist das Mindeste, kommentiert Joachim Fahrun.
01.06.2015, 12:51
Joachim Fahrun

Vor mehr als fünf Jahren war die Blockade beendet. Diese Zeitung machte 2010 als erste öffentlich, dass in den Siebziger- und Achtzigerjahren am Berliner Jesuitengymnasium mehrere Patres über Jahre gegenüber Schülern sexuell übergriffig waren – und ihre Oberen sahen weg.

Weiterlesen